Eine Savonette Taschenuhr ist ein kleines Meisterwerk der Uhrmacherkunst. Der charakteristische Klappdeckel über dem Zifferblatt schützt das Glas vor Kratzern und verleiht der Uhr ihr elegantes, zeitloses Erscheinungsbild. Doch genau dieser Deckel stellt viele Besitzer vor eine simple Frage: Wie öffne ich eine Savonette Taschenuhr, ohne sie zu beschädigen? Die gute Nachricht: Mit der richtigen Technik ist es ganz einfach – und du verlängerst dabei gleichzeitig die Lebensdauer deiner Uhr erheblich.
Was ist eine Savonette überhaupt?
Der Begriff «Savonette» stammt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie «Seifendöschen» – eine Anspielung auf die runde, geschlossene Form dieser Taschenuhren. Im Gegensatz zur offenen Lépine-Taschenuhr besitzt die Savonette einen Frontdeckel, der das Zifferblatt vollständig bedeckt. Historisch war dieser Deckel ein praktischer Schutz für Arbeiter und Reisende. Heute ist die Savonette vor allem ein Stilmittel – ein Hauch von Nostalgie und Handwerkskunst am Hosenbund.
So öffnest du den Frontdeckel richtig

Das Öffnen einer Savonette ist denkbar einfach, wenn man weiss, wo man drücken muss. Hier die drei Schritte:
Schritt 1: Die Uhr sicher in die Hand nehmen
Halte die geschlossene Taschenuhr sicher und bequem in deiner Hand, mit dem Frontdeckel nach oben zeigend. Achte darauf, dass du die Uhr nicht zu fest drückst, um das Gehäuse nicht zu verkratzen.
Schritt 2: Den Drücker bei der Krone betätigen
An der Seite der Krone – also dem kleinen Knopf, mit dem du die Uhrzeit stellst – befindet sich ein kleiner Drücker. Drücke diesen mit der Daumenkuppe leicht nach innen. Bei den meisten Savonette-Modellen reicht ein sanfter Druck, und der Federmechanismus im Innern gibt den Deckel frei.
Schritt 3: Den Deckel aufklappen
Sobald der Drücker betätigt ist, springt der Frontdeckel leicht auf. Klappe ihn nun vorsichtig vollständig auf – du hast nun freien Blick auf das Zifferblatt.
Der richtige Trick beim Schliessen – den kaum jemand kennt
Viele Besitzer einer Savonette machen beim Schliessen des Deckels einen kleinen, aber entscheidenden Fehler: Sie drücken den Deckel einfach zu, bis er einrastet. Das funktioniert zwar, belastet jedoch mit der Zeit den Schnappmechanismus und die Innenseite des Deckels spürbar.
Durch diesen kleinen Kniff rastet der Mechanismus sanft und kontrolliert ein, anstatt mit voller Federspannung zu schnappen. Die Abnutzung im Deckelinnern – vor allem an den Rastnasen und dem Federblättchen – wird dadurch deutlich reduziert. Über viele Jahre hinweg macht das einen grossen Unterschied für die Langlebigkeit deiner Uhr.
Der bessere Weg: Halte beim Schliessen des Deckels den Drücker bei der Krone gleichzeitig gedrückt. Klappe nun den Deckel zu und lass den Drücker erst dann wieder los, wenn der Deckel vollständig geschlossen ist.
Diesen Tipp empfehlen übrigens auch viele Uhrmacher: Wer seine Savonette regelmässig benutzt und dabei stets den Drücker hält, spart sich im besten Fall eine teure Reparatur am Schnappmechanismus.
Pflege und Hinweise
- Öffne und schliesse den Deckel nur so oft wie nötig – auch der beste Mechanismus unterliegt dem Verschleiss.
- Vermeide es, den Deckel mit den Fingernägeln aufzuhebeln oder mit einem Werkzeug zu öffnen. Das kann Kratzer am Gehäuse oder Schäden am Mechanismus verursachen.
- Reinige den Deckelrand gelegentlich mit einem weichen, trockenen Tuch, um Staub und Schmutz zu entfernen, die den Schnappmechanismus beeinträchtigen können.
- Bei Fragen zur Pflege oder Reparatur deiner Taschenuhr empfiehlt sich immer der Besuch beim Fachhandel.

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